Auf dem Corporate Learning Camp 2017 in Frankfurt a.M. haben sich Axel Wolpert (Time4You), Egon Fleischer (Uhlberg Advisory) und Björn Beil (Synthomer)  zusammengesetzt und darüber diskutiert, ob Learning Management Systeme (LMS) eine Zukunft haben oder sich am sprichwörtlichen Scheideweg befinden. Ein kurzer und unterhaltsamer Ausblick auf die Perspektiven aus dreierlei Sicht: der des LMS Anbieter, der des LMS Beraters und der des Anwenders.

LMS

(Quelle: https://colearn.de/clp044-lms-am-scheideweg/)

LMS Anbieter in der Zwickmühle

Axel Wolpert sieht die Anforderungen des Marktes nicht unbedingt deckungsgleich mit den „wirklichen“ innerbetrieblichen Bedarfen an Lernen. Bei Ausschreibungen werden stets sehr umfangreiche Anforderungen gestellt, die jedoch oft gar nicht implementiert werden. Das zwingt den Hersteller eine riesige Bandbreite an  Funktionen anzubieten, die nachher kaum genutzt werden.

Vorteile der Cloud

Egon Fleischer sieht bei Kunden einen typischen, sich wiederholenden  Zyklus: Erst wird nach den verrücktesten Lösungen gerufen. Nach der Auseinandersetzung mit IT Rahmenbedingungen und nach Klärung des Budgets, wird sehr schnell umgeschaltet. Plötzlich sind viele Wünsche weniger prioritär und man lernt schnell sich zu bescheiden.

 Bildungsmanagement steht an erster Stelle

Für den Endanwender gibt es zwei wesentliche Aspekte, die beim Einsatz eines LMS beachtet werden müssen:

  1. Die einfache Handhabung durch den Lerner, und
  2. Die Möglichkeit, anfangs nur Kernfunktionen zu betreiben und dann langsam, mit der Aufgabe zu wachsen.

Für Björn Beil sind die vielfältigen Möglichkeiten, die ein LMS über das Lern Content Management hinaus bietet, erst mal zweitrangig. Nach seiner Meinung reicht es, einige erfolgreiche Erfahrungen zu machen, um das Publikum zu überzeugen. Mit dieser „Grundakzeptanz“, so seine Erfahrung, kann man dann weiter machen. Geht der erste Schuss daneben, kann man fast das ganze Projekt vergessen.