Learning in the Flow of Work (LitFoW)

Learning in the Flow of Work (Lernen im Arbeitsfluss) ist ein von dem US-Analysten Josh Bersin geprägter Begriff. Er beschreibt ein didaktisches Paradigma, bei dem Lernen nicht mehr als separate, isolierte Aktivität stattfindet (wie der Besuch eines Seminars oder das bewusste Einloggen in ein LMS), sondern nahtlos in die täglichen Arbeitsabläufe und die genutzten Software-Tools integriert wird.

Das Problem des klassischen Lernens

Klassische Weiterbildung leidet oft unter dem Problem der „Transferlücke“: Mitarbeiter werden aus ihrem Arbeitsalltag herausgerissen, absolvieren ein mehrstündiges Training und kehren an ihren Arbeitsplatz zurück, wo sie das Gelernte mangels direkter Anwendung schnell wieder vergessen. Zudem fehlt im stressigen Alltag oft schlicht die Zeit für dedizierte Lernzeiten.

Wie wird „Learning in the Flow of Work“ umgesetzt?

Das Konzept setzt darauf, Wissen genau in dem Moment (Just-in-Time) und an dem Ort bereitzustellen, an dem die Frage oder das Problem auftaucht:
  1. Integration in Kollaborationstools: Lerninhalte und Microlearning-Nuggets werden direkt in Plattformen wie Microsoft Teams, Slack oder Salesforce integriert. Der Mitarbeiter muss seine gewohnte Arbeitsumgebung nicht verlassen.
  2. Digital Adoption Platforms (DAP): Software-Overlays (wie WalkMe oder Userlane) führen Nutzer Schritt für Schritt live durch eine neue Software (z. B. SAP oder ein neues CRM-System), während sie darin arbeiten.
  3. Kontextsensitive Hilfe: KI-gestützte Suchfunktionen oder Chatbots schlagen basierend auf der aktuellen Aufgabe des Nutzers passende, ultrakurze Lerninhalte vor.

Didaktische Einordnung

Learning in the Flow of Work ist die konsequente Umsetzung des informellen Lernens und stützt sich stark auf das 70-20-10-Modell (wobei der 70%-Anteil des Lernens durch Herausforderungen im Job direkt unterstützt wird). Es ersetzt formelles Lernen nicht vollständig, sorgt aber dafür, dass operatives Wissen sofort abrufbar und anwendbar ist.
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