Lebenslanges Lernen wird häufig gehört in Bildungsdebatten. Was hat es mit diesem Konzept auf sich?

In kaum einem Beruf kann man noch davon ausgehen, mit dem ursprünglich Gelernten ein Berufsleben lang auszukommen. Wissen, das über 30 – 40 Jahre stabil bleibt, gibt es heutzutage kaum mehr.

Historisch gesehen entstand diese Dynamik im 19. Jahrhundert. Viele Dinge blieben begannen sich schnell zu ändern, Gewissheiten schrumpften, das Leben geriet unter Zeitdruck. Um mit diesem Wertverfall zurecht zu kommen entstand die Notwendigkeit, das Lernen zu einem dauerhaften Prozess zu machen.

Das Lebenslange Lernen wurde dabei sowohl zu einem ein Effekt dieser Beschleunigungserfahrung des Wandels, als auch ihr Motor.

Vor allem die Politik hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt diesem Thema angenommen. Dementsprechend werden neue Leitlinien für Ziele der Politik und der Gesellschaft formuliert:

  • Es sollen neue Motivationsanreize für „Lebenslanges Lernen“ geschaffen werden.
  • Jeder Abschluss muss die Möglichkeit zu einer weiteren Qualifikation bieten.
  • In Unternehmen soll die Personalentwicklung in Zukunft an Bedeutung gewinnen.
  • Weiterbildungsangebote sollen bezahlbar und zielgruppenorientiert sein.
  • Die Möglichkeiten der (Weiter-) Bildungsberatung sollen verbessert werden.

Lebenslanges Lernen – Europäische Förderungsprogramme

Auf europäischer Ebene wurden dafür insgesamt 6 Programme ins Leben gerufen, die Lebenslanges Lernen in jeder nur erdenklichen Lebenslage fördern sollen. Dabei gibt es 4 Programme, die auf einzelne Bildungsbereiche und Altersgruppen zugeschnitten sind:

  • Comenius – Schulbildung
  • Erasmus – Hochschulbildung
  • Leonardo da Vinci – berufliche Bildung
  • Grundtvig – allgemeine Erwachsenenbildung

Diese werden durch 2 allgemeine Programme ergänzt:

  • Querschnittsprogramm – Sprachenlernen, politische Kooperation etc.
  • Jean Monnet – Forschungsvorhaben und Lehrangebote im Bereich der europäischen Integration