Zwei eLearning Experten aus der mittelständischen Industrie diskutieren über ihre Erfahrungen mit eLearning. Die Herren Hubert Romer, Geschäftsführer bei  Worldskills Germany und Jörg Harings, Leiter Anwendungstraining der DMG MORI Academy erzählen zu welchen neuen Trainingsansätzen sie durch Blended Learning gekommen sind. Der Austausch erschöpft sich nicht nur in Analysen, sondern öffnet den Blick für neue Perspektiven im Trainingsgeschäft der Industrie, ganz allgemein.

 

 

Branchenübergreifendes Akademiegeschäft trifft auf Trainingsbedarf für Spitzentechnologie

Für eine Organisation wie die Worldskills Akademie ist der Austausch von Wissen ein essentieller Bestandteil des Geschäfts. Lernerfahrungen sammeln und in einen neuen Kontext zu bringen ermöglicht es, eine breite Palette an Firmen und Branchen in die Worldskills Trainings und deren internationale Wettbewerbe miteinzubeziehen. Dementsprechend hoch ist das Interesse an der Zusammenarbeit mit Anbietern von Spitzentechnologie im Maschinenbau wie der DMG Mori Akademie. Hier steht die Absicht, hochklassige Experten für die Bedienung der verkauften Maschinen auszubilden an erstere Stelle. Dennoch ist man gleichzeitig darum bemüht, keine technologischen Interna, sprich Wettbewerbsvorteile preiszugeben. Das zu gewährleisten ist bei der Anwendung von eLearning im Trainingsbereich nicht immer ganz einfach. So entsteht ein Spannungsfeld geprägt vom Wunsch nach Wissenserwerb und –austausch einerseits, von der Notwendigkeit Wettbewerbsvorteile nicht aus der Hand zu geben, andererseits.

Wie kann es dennoch zum Ausgleich dieser Interessen kommen?

Die Partnerschaft der beiden Organisationen erscheint hier richtungsweisend. Die beiden Verantwortlichen, Romer und Harings, erläutern dies im Podcast.

 

Blended Learning: Alter Wein in neuen Schläuchen?

Es mag zwar sein, dass Blended Learning als Grundkonzept schon seit sehr langem existiert. Dennoch wird es immer wieder neu interpretiert. Jede Lernorganisation konzipiert ihre eigenen Lernszenarien und ändert diese auch immer wieder aufs Neue. Aufkommende Technologien und neue didaktische Konzepte fordern neue Lösungen geradezu heraus. Das Schöne an dieser Lernform ist also, die Möglichkeit sie immer wieder neu zu gestalten und zu verbessern. Das Risiko dabei besteht vor allem darin, beliebig zu werden und den Hauptzweck jedes Lerngeschäfts aus den Augen zu verlieren: den Lerneffekt. Man darf also gespannt sein, ob sich bestimmte Lernkombinationen durchsetzen und man damit zu einem einheitlichen Verständnis für den Begriff kommt. Die betriebliche Akademie von DMG Mori verweist auf mehrjähriger Erfahrung in diesem Themengebiet.

 

VR und AR sind noch lange nicht die Retter der Nation

Beide Organisationen, sowohl Worldskills als auch DMG Mori haben bereits Erfahrungen mit Virtual Reality (VR), bzw. Augmented Reality (AR), gesammelt. So hat man sich z.B. mit Applikationen für Abwassertechnik, Floristik oder Elektrodenschweißen auseinander gesetzt. Dabei handelt es sich oft um singuläre Anwendungen, die sich als Bestandteil eines Blended Learning Konzeptes wohl gut machen. Die Kostenfrage allerdings, erweist sich bisher als Bremser für eine umfassende Anwendung. Deswegen sind Virtual Reality und Augmented Reality Anwendungen oft im Vertriebsbereich zu finden, wo sie als Blickfang und Motivationsfaktor dienen. Und damit höhere Produktionsbudgets als solche für klassische Lernprodukte,  rechtfertigen. Auch hier wird die Lernkurve wohl noch einige Jahre dauern. Währenddessen werden die bislang hohen Kosten für die technologischen Elemente  solcher Lösungen wohl auch deutlich nach unten gehen. Insgesamt wird man diese Konzepte also weiterhin im Auge behalten und sich an deren Weiterentwicklung aktiv beteiligen.