Was ist Mobile Learning?

Mit der technologischen Weiterentwicklung mobiler Endgeräte kommen eLearning-Anwendungen auch immer öfter auf mobilen Endgeräten, wie Smartphones oder Tablet-Computern, zum Einsatz. Mobile Endgeräte sind transportabel, verfügen über eine eigene Stromversorgung und drahtlose Kommunikationsmöglichkeiten. Das sind Tablet und Smartphone. Geräte wie Laptop sind zwar prinzipiell auch für Mobile Learning geeignet, haben aber aufgrund ihrer Hardware eher die Nähe zu Desktops. Vor allem ist die Größe des Bildschirms entscheidend für den didaktischen Ansatz. Es ist leicht einzusehen daß ein 5 oder 10 Zoll Bildschirm Lerninhalte anders darstellen muss als ein z.B. 15 Zoll Bildschirm. Manchmal wird Mobile Learning auch als „Wireless Learning“ bezeichnet. Die Mobilität des M-Learning bedeutet die Mobilität von

  • Lernenden
  • Geräten
  • Daten

Lernen findet nicht nur bei Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen, im Hörsaal oder am Computer zu Hause statt. Durch Mobile Learning wird das Lernen auch an anderen Orten ermöglicht. Beispielsweise wird das Nutzen von „Leerzeiten“ orts- und zeitunabhängig möglich.

Was sind nun die Vorteile aus methodisch-didaktischer Sicht?
  • Der Lernstoff wird dem Lerner in kleinen Lernportionen präsentiert, die in kurzer Zeit abgeschlossen und auch jederzeit wieder unterbrochen werden können → Granulasierung
  • Lernen findet in der persönlichen Umgebung des Nutzenden statt. Durch den unmittelbaren Abruf von Informationen wird bedarfs- und problemorientiertes Lernen unterstützt → Personalisierung
  • Der Lerner kann sich immer und überall Lerninhalte aneignen. So können beispielsweise lange Warte- oder Fahrtzeiten mit der Absolvierung kleiner Lerneinheiten überbrückt werden → Effizienz
  • Durch die ständige Verbindung mit Informations- und Kommunikationsnetzwerken kann die Interaktion und Kommunikation mit und zwischen Lernenden intensiviert werden und die Gruppenarbeit flexibler gestaltet werden → Verbindung
  • Bei mobilen Lernanwendungen können Umgebungsinformationen unmittelbar in den Lernprozess integriert werden (z.B. im Labor, im Zoo oder im Museum) → Kontextsensitivität

 

Nachteile, die sich durch Mobiles Lernen ergeben

Ob Mobiles Lernen in der gegebenen Lehrsituation sinnvoll ist, hängt von den Rahmenbedingungen, der Zielgruppe und den Lernzielen ab.

  • Mobiles Lernen kann kein Ersatz für traditionelle Lehr- und Lernkonzepte sein. Denn es eignet sich beispielsweise nicht für das Lernen von komplexen Zusammenhängen und für die Suche nach neuen Lösungen. Hier ist hohe Konzentration und Abstand erforderlich, denn nur so lassen sich kreative und innovative Lösungen entwickeln.
  • Durch die Speichermöglichkeiten der mobilen Endgeräte wird oft mehr Wissen „gesammelt” als verarbeitet.
  • Die finanzielle Investition für die Implementierung mobiler Szenarien lohnt sich nur, wenn auch eine genügend große Anzahl an Lernende vorhanden ist.

 

M-Learning versus Desktop E-Learning

M-Learning unterscheidet sich von anderen E-Learning-Anwendungen insbesondere durch die speziellen technischen Bedingungen:

  • mobile Technologien mit kleinerem Bildschirm,
  • geringerer Bandbreite und
  • geringerem Speicherplatz
  • andere Betriebssysteme als bei Desktops Systemen

E-Learning Anwendungen, die ursprünglich für stationäre Geräte entwickelte worden sind, können durch mobile Lerntechnologien ergänzt werden, z.B. in Form von Apps oder responsiven Webseiten. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, dass so weit als möglich, dieselben Inhalte und Funktionen sowohl auf dem Computer als auch auf der mobilen Plattform abrufbar sind. Allerdings muss das Lernangebot auch an die anderen Lernbedingungen beim mobilen Einsatz angepasst werden.